Heute gab es eine Schlägerei im Jugendzentrum. Das kommt nicht oft vor, aber diesmal hat es so richtig gekracht. Die meisten Jungs sind zwischen 13-16 Jahre alt und damit mitten in der Pubertät. Das bedeutet, ihr Testosteronspiegel schlägt Purzelbäume und wenn es einen Streit gibt, dann will keiner der Jungs als Flasche dastehen und muss sich profilieren.
Allerdings gibt es ja auch die Hausordnung,welche besagt,dass Gewalt in jeglicher Form verboten ist und zum Ausschluss aus dem Jugendzentrum führt. Als das schon einmal vorgekommen ist haben wir zwei Jungs für einen Monat Hausverbot erteilt. Da diesmal aber bestimmt 8 von meinen „Stammkunden“ beteiligt waren, konnte ich sie schlecht alle ausschließen,weshalb ich eine Verwarnung erteilt habe und die Auflage für ein Antigewalttraining hier im Club gegeben hab. Dieses Training werde ich selbst mit den Jugendlichen machen.
Ziel ist es die verschiedenen Arten von Gewalt zu beleuchten, die Regeln im Umgang mit Gewalt nochmals festzulegen, seine eigenen Grenzen und die Grenzen seiner Mitmenschen kennenzulernen und Strategien gegen körperliche Gewalt einzuüben. Ich hoffe das die Jungs hierbei mitziehen. Allerdings werde ich das Traning noch mit einem Ausflug in die Boxhalle von meinem Kumpel Dietmar verbinden, dort können alle dann mal ihre Aggressionen rauslassen,lernen aber auch,dass es Regeln gibt. Vielleicht schaffe ich es auch ein wöchentliches Boxtraining in den Jugendclub mit zu integrieren. Dies ist nur wieder eine Frage der Fianzierung und diese ist im sozialen Bereich ja generell immer ein schwieriges Thema. Je nachdem wie viel Geld wir jährlich von der Senatsverwaltung bekommen, fällt auch unser angebot aus. Da es aber erst Anfang des Jahres ist, stehen die Chancen gut,dass es dafür vielleicht noch ein Budget irgendwo gibt.
Wir haben Immer noch keinen neuen Kicker, aber wir haben alles soweit repariert, dass wir nur ein paar neue Figuren brauchen. Ein Mädchen aus dem Jugendzentrum kam auf eine gute Idee und meinte, dass man über eine Anzeige vielleicht an Figuren kommt und deshalb werden wir jetzt eine Kleinanzeige aufgeben. Vielleicht finden sich günstige Figuren für den Tisch, damit wir wieder spielen können. Das hat allen Spaß gemacht und wir haben richtige Tourniere gespielt. Der Neue, Sam nennt er sich, hat mittlerweile auch Reue gezeigt, weil er doch anerkannt werden will. Ich dachte anfangs, dass er erstmal nicht wieder kommt, denn solche Situationen gab es schon des öfteren. Aber er kam wieder und will sogar die Anzeige schreiben. Alle fanden das gut und wenn er es schafft sich zu bemühen, dann denke ich, nehmen ihn die anderen wieder auf. Ich werde versuchen ihn zu unterstützen, aber er muss durch solche Sachen auch lernen, dass man kein fremdes Eigentum ohne Folgen kaputt machen kann.
Auch er hat dann erstmal Verbot. Allerdings Billard und TV, weil der Kicker ja nicht funktioniert
Alles in allem läuft es sonst gut. In der Nachhilfe sind wieder einige Schüler dazu gekommen, weil manche Abi-Jahrgänge noch schnell vor den Prüfungen ein paar Extrastunden nehmen wollen. Besonders Mathe ist begehrt und das kann ich zum Glück sehr gut. Aber auch Englisch steht hoch im Kurs. Ich war nach der Schule und im Studium mal im Ausland für insgesamt 2 Jahre, daher bin ich auch dort in der Lage gute Nachhilfe zu geben. Deshalb verdiene ich gerade ganz gut und bin zufrieden. Es läuft und der Sommer kann beginnen
Gestern war bei uns im Jugendzentrum was los. Es gab mal wieder Streit, den ich schlichten musste. Wir haben nämlich einen Neuzugang, der noch seinen Status finden muss. Gestern war jedenfalls Jodie wiedermal da, ein Jugendlicher, der schon Jahre zu uns kommt, immer mal weg bleibt und dann wieder erscheint. Sein Vater ist abgehauen mit einer Bekannten, soweit ich weiß und seine Mutter hat starke Depressionen. Wenn die schlimmer werden, kommt er zu uns, um sich abzulenken, aber es ist schwer mit ihm darüber zu reden. Als Sozialpädagoge würde ich ihm gern mehr helfen, aber dafür muss er mich auch an sich ran lassen und bisher verschließt er sich immer. Im Jugendzentrum hat er aber soweit das Sagen unter den Jugendlichen, einfach weil er schon am längsten dabei ist. Der neue aber testet derzeit noch seine Kraft. Also gab es gestern den ersten Ärger. Wir konnten aber eine Prügelei verhindern. Sowas ist immer riskant und auch gefährlich. Aber keine hatte ein Messer und mein Kollege und ich gingen dazwischen.

Ich bin ja ein Vertreter der Disziplin, also haben beide erstmal Kickerverbot bekommen. Ich versuche sie damit zu erziehen. Egal, wer angefangen hat. Das ist nicht immer einfach. Jordi hat gemault, aber fand es ok und der Neue hat etwas aggressiver reagiert. Er hat am Ende leider auch den Kickertisch klein gehauen, nur einen teil, aber ein paar Figuren gingen kaputt. Das ganze wäre fast eskaliert. Schließlich haben wir solche Sachen über Spenden und nicht allzu viel Geld. Jetzt kann keiner mehr speilen und der neue hat es noch schwerer. Wir haben uns dann beraten und versuchen einen neuen Kicker aufzutreiben. Das wird nicht leicht, sowas kostet ja auch.
Hallo liebe Interessierten,
mein Name ist Ismael, auch Isi genannt von meinen Jungs im Jugendzentrum. Da arbeite ich nämlich in meiner Freizeit. Ich habe keine eigene Familie und möchte nach meiner Arbeit etwas sinnvolles tun, also gehe ich ins Jugendzentrum, um den Jungen dort auf die Beine zu helfen. Die meisten sind leider vom Weg abgekommen, wie man so schön sagt und ich helfe ihnen dabei ihren eigenen Weg zu finden, um das Leben zu meistern. Das ist gar nicht so einfach, aber jeder Erfolg gibt einem das Gefühl etwas gutes getan zu haben und das motiviert mich immer wieder hinzugehen. Das mache ich ehrenamtlich, weil die Gelder für Jugendliche Hilfe knapp bemessen sind und nicht für Personal ausgegeben werden können. Wir investieren in Material und Projekte, und das schluckt genug Kohle.
Mein richtige Beruf ist Nachhilfelehrer in einem Nachhilfezentrum in der Stadt. Da kommt eine andere Sparte Jugendliche hin als ins Jugendzentrum. Beide haben zwar ihre Probleme, aber in der Nachhilfe stehen oft Eltern dahinter, die ihre Kinder unterstützen wollen und es selbst nicht mehr können, weil sie das Fachwissen nicht haben. Im Jugendzentrum wissen wir oftmals nicht genau, was die Eltern machen, denn sie kümmern sich nicht wirklich um ihre Sprösslinge. Daher suchen sie bei uns Rat und wir versuchen so gut es geht zur Seite zu stehen. Leider gelingt das nicht immer, und manche Fälle sind hilflos, wobei ich ja finde, dass jeder den rechten Weg finden kann, man muss nur genug Zeit geben und Fehler zulassen. Bei der Nachhilfe gebe ich verschiedene Fächer für das Gymnasium. In den jüngeren Stufen haben viele Schüler noch nicht begriffen, worum es im Leben geht und manche – das ist aber eher selten – sehe ich dann im Jugendzentrum wieder. Sie finden dort Freunde und sind froh eine zweite kleine „Familie“ zu haben.
Mir gefällt meine Arbeit sehr, auch wenn sie viel Kraft und Ausdauer erfordert. Aber ich bin mit dem herzen dabei und ich denke, das muss man sein, um jeden Tag aufs Neue wieder Mut zu sammeln den Kids auf den Weg ins Leben zu helfen. Das klingt ja jetzt philosophisch
Hallo und herzlich willkommen auf blogsport.de. Dies ist Dein erster Eintrag in Deinem neuen Weblog. Bearbeite ihn oder lösche ihn einfach! Und natürlich viel Spaß beim Bloggen!